Über uns...

In der Arbeitsgemeinschaft Mathildenhöhe (AG Mathilda) haben sich Menschen zusammengeschlossen, die den Widerstand gegen eine Bebauung des Südhanges der Mathildenhöhe mit einem Privatmuseum des Ehepaares Sander dort aufnehmen, wo die Bürgerinitiative SOS Mathildenhöhe ihn hat versande(r)n lassen: SOS Mathildenhöhe wollte den problematischen Stiftungs-GmbH-Vertrag zum Museumsprojekt - der erst im Verlauf der Arbeit von SOS Mathildenhöhe ans Licht kam und der Arbeit der Bürgerinitiative eine völlig neue Richtung hätte geben müssen - nicht offenlegen und thematisieren. Stattdessen ging SOS Mathildenhöhe auf Gesprächsangebote des Stifterpaares Sander ein (s. Mitteilung zum 10. Treffen der Bürgerinitiative SOS Mathildenhöhe).   

Aus diesem Grunde wurde AG Mathilda im März 2011 von ehemaligen Mitstreitern der Bürgerinitiative SOS Mathildenhöhe (Isolde Zipperer und Ingo Hagel) gegründet. Daher finden Sie auf der Homepage von SOS Mathildenhöhe Artikel und Beiträge von uns aus den Zeiten unserer Mitarbeit dort.


Zur Vorgeschichte

Im Sommer 2009 überschrieb die Stadt Darmstadt das Grundstück der ehemaligen Villa Christiansen (Südhang vor dem Ernst-Ludwig-Haus) in einem Erbbaurechtsvertrag für die Dauer von 50 Jahren an die Hans-Joachim und Gisa Sander Stiftung. Der Erbbaurechtsvertrag gibt den Baubeginn des Privatmuseums spätestens für den Juni 2011 vor.

Der Architektenwettbewerb prämierte als Entwurf für das zu bauende Privatmuseum einen „Museumsklotz“, den die Darmstädter vehement ablehnen. Nach den drei von der Stadt durchgeführten Fachforen steht nun ein Entwurf von Chipperfield vor dem Ernst-Ludwig-Haus (s. Abb.) in der Diskussion. 


Südhang der Mathildenhöhe mit dem Hartung Brunnen, Grundstück des ehemaligen Hauses von Hans Christiansen, rechts das Ernst-Ludwig-Haus


Alternativ dazu ist ein historisches Parkgrundstück am Eugen Bracht Weg im Gespräch, wenige Meter in südwestlicher Richtung gelegen (s. Abbildung). Dabei handelt es sich ebenso um ein öffentliches Grundstück.


Parkgrundstück am Eugen Bracht Weg


Die Diskussion um Bauplatz, Gebäude, Ästhetik, Denkmalschutz, Achsen und Baulücken könnte wieder von vorne beginnen. Dabei gibt es doch bereits seit 2002 eine Galerie Sander im Prinz Christians Weg 16 auf der Mathildenhöhe (s. unten), die allerdings aus unerfindlichen Gründen kurz darauf wieder geschlossen wurde.



ehemalige Galerie Sander im Prinz Christians Weg 16, heute leider geschlossen



Worauf es eigentlich ankommt .... der Stiftungs-GmbH-Vertrag

Wo auch immer das Museum Sander eventuell hinkommen mag: AG-Mathilda greift einen Punkt auf, mit denen sich die Bürgerinitiative SOS Mathildenhöhe nicht beschäftigen wollte. Dieser betrifft die rechtlichen Fragen um das angebliche „Geschenk“ des Stifterpaares Sander, nämlich den Stiftungs-GmbH-Vertrag.

Aus diesem Vertrag wird ersichtlich, dass es sich nicht um eine Stiftung im klassischen Sinne handelt, das heißt um eine Stiftung bürgerlichen Rechts, sondern um ein Unternehmen. AG Mathilda hält „das Geschenk“ des Ehepaares Sander (das Museum) aufgrund der problematischen rechtlichen Konstruktion (Stiftungs-GmbH-Vertrag) jedoch nicht für ein solches.

Die Frage ist auch, ob es sich bei dem Museums-Projekt um eine arglistige Täuschung der Stadt Darmstadt, seinem Parlament und seinen Bürgern handelt. Oder hat sich OB Hoffmann getäuscht, indem er die klassische Stiftung (nach bürgerlichem Recht) und die Stiftungs-GmbH für ein und dasselbe hielt?

Jedenfalls könnte man das Museums-Projekt auch als einen Versuch der Privatwirtschaft bezeichnen, sich an prominentester Stelle von Darmstadt (Mathildenhöhe) ein werbewirksames Domizil einzurichten. Die Stadt, deren Politiker und die Bürger wären daher gut beraten, vor allem den Stiftungs-GmbH-Vertrag einer genauen rechtlichen Prüfung zu unterziehen und dessen Konsequenzen zu überdenken. Bis jetzt wurde dieses Thema in der öffentlichen Diskussion fast vollständig ausgeklammert.

Das Damstädter Echo hatte zwar am 14. Januar 2011 auf die Problematik im Zusammenhang mit dem Stiftungs-GmbH-Vertrag aufmerksam gemacht. Aber wurde dieser Artikel überhaupt gelesen und verstanden? Selbst Jürgen Barth von der ansonsten doch kritischen Fraktion UFFBASSE wendet sich in seiner Rede am 3. Fachforum zum Museum Sander am 11. Feb. 2011 vehement gegen den Vorwurf eines Kunsthandels: „Nicht passend ist der Verdacht, die Familie Sander wolle im Museum einen Kunsthandel aufziehen. Die Gemeinnützigkeit der Stiftung Sander steht außer Frage. Der Anspruch der Familie Sander ist, Mäzen zu sein. Ein Kunsthandel ist abwegig und würde dem Anspruch völlig  zuwiderlaufen.“ AG Mathilda fürchtet, er und alle, die mit ihm einer Meinung sind, sollten sich den Stiftungs-GmbH-Vertrag genau ansehen. AG Mathilda bietet mit dieser Homepage die Möglichkeit dazu. Mehr dazu hier....

AG Mathilda wendet sich gegen die Etablierung einer (weiteren) Privatgalerie Sander auf der Mathildenhöhe - noch dazu unter Vorzugskonditionen der Stadt, das heißt der Bereitstellung eines öffentlichen Grundstückes in allerbester Lage.

Daher fordert AG Mathilda die Stadt Darmstadt auf, dem Stifterpaar Sander die Genehmigung für ein Privatmuseum auf öffentlichem Grund nicht zu erteilen, bis diese sogenannte „Stiftung“ in eine klassische Stiftung bürgerlichen Rechts umgewandelt worden ist.